Justus von Dohnányi


Schauspieler • Producer • Produzent • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler und Regisseur. Er spielt gern saftige Rollen, in denen er das Zwiespältige ausloten kann, Autoritätspersonen, Karrieremenschen und zwischen Pflicht und Neigung zerrissene Charaktere. Seine Manager, Militärs und Adeligen halten ihre wahre Gesinnung zurück, seine Väter sind hilflos gegenüber den Söhnen, und in der Rolle, mit der er 2000 berühmt wurde, ist er ein stilles Wasser, das, als es Macht in die Hände bekommt, explodiert: In „Das Experiment“ ist Justus von Dohnányi der brutale Gefängniswärter Berus. Von Dohnányi kämpft als Manager in Max Färberböcks „September“ um seine Familie und legte als Musikmanager in Helmut Dietls „Vom Suchen und Finden der Liebe“ eine fabelhafte Dieter-Bohlen-Parodie hin. In Heinrich Breloers Thomas-Mann-Verfilmung „Buddenbrooks – Ein Geschäft von einiger Größe“ (2008) ist er Bendix Grünlich, arrivierter Geschäftspartner der Lübecker Patrizierfamilie, der die 19-jährige Tochter Tony Buddenbrook (Jessica Schwarz) heiratet.

Justus von Dohnányi wurde 1960 in Lübeck als Sohn des Dirigenten Christoph Dohnányi geboren, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg und trat auf Bühnen in Frankfurt (seit 1985), Zürich und Hamburg, wo er seit 1998 am Thalia Theater engagiert ist, unter Regisseuren wie Einar Schleef, Jürgen Flimm, Ruth Berghaus und Robert Wilson auf. Seit 1993 spielte er im Fernsehen, seit 1997 (Preuss in „Jakob, der Lügner“, mit Robin Williams) im Kino und gehörte als Captain Nikolai zur Besetzung des James-Bond-007-Thrillers „Die Welt ist nicht genug“ (1999, mit Pierce Brosnan).

In TV-Produktionen ist von Dohnányi häufig in Thrillern („Todfeinde“, „Vineta“, „Schuld und Rache„, „Operation Rubikon„, „Der Tote am Strand„, „Wambo“) zu sehen, spielte den Archäologen Oskar Neumann („Der geheimnisvolle Schatz von Troja„, 2006, mit Heino Ferch), die Titelrolle der Komödie „Weihnachtsmann über Bord“ (2003), den Ehemann von Barbara Auer („Eine gute Mutter“, 2007), in Jürgen Rolands Serie „Großstadtrevier“ und den Reihen „Tatort“ und „Stubbe“.

Mehrere Filme mit von Dohnányi spielen in der Nazi-Zeit: In „Jakob der Lügner“ (1998, mit Robin Williams) ist er Kommandant der deutschen Wache im Ghetto, in „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ (2000) der evangelische Pastor und Theologe Eberhard Bethge, in Costa-Gavras‘ Rolf-Hochhuth-Verfilmung „Amen – Der Stellvertreter“ (2002) Baron von Otter, Sekretär der schwedischen Botschaft, in Dennis Gansels „Napola“ (2004) Gauleiter von Stein, der seinen Sohn (Tom Schilling) als Schwächling vorführt und ihn verliert, und in Oliver Hirschbiegels Hitler-Film „Der Untergang“ (2004, mit Bruno Ganz) General der Infanterie Wilhelm Burgdorf.

Im Sommer 2006 schrieb, inszenierte und produzierte Justus von Dohnányi in 26 Tagen seinen ersten Spielfilm, die schwarze Komödie „Bis zum Ellenbogen“, in der er als Darsteller nach 30 Minuten Opfer eines absurden Unfalls wird und seine Leiche („Man muss still halten können, wenn es kitzelt.“) von Jan Josef Liefers und Stefan Kurt von einer Schweizer Alm bis an den Titel gebenden Strand der Insel Sylt quer durch das vom WM-Jubel erfüllte Deutschland transportiert wird.

Für „Das Experiment“ wurde Justus von Dohnányi 2001 als Bester Nebendarsteller mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

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